Reise des Lebens
Schöne Augenblicke, negative Erlebnisse. Lachen und Weinen. Fallen und wieder Aufstehen Diese kontroversen Gefühle vereint Kilian Kerner in seiner aktuellen Kollektion „Flieg zum Mond und bleib hier“ – eine unerfüllbare Bitte? Nicht in der Welt des jungen Designers.
Die Models betreten den Laufsteg, sie tragen einen metallisch-schimmernden Tulpenrock zu einem grauen Volant-Top. Oder einen silbernen Brustpanzer a la „Gaultier spielt Raubritter“ über einem transparenten, bodenlangen Seidenkleid. Oder ein silbernes Kugel-Top zur silbernen Paillettenhose. Asymmetrische Nähte treffen auf fließende Seide. Glamouröse Pailletten auf weiche Volants. Die Outfits der Kollektion sollen das Leben widerspiegeln. So wie es wirklich ist. Mit Ecken, Kanten und überraschenden Wendungen. Und in Kilians Augen sehr glitzernd.
Das ist auch bei den Herren nicht anders: Ein gekrempelter College-Blazer zu Ringelshirt und kurzer Hose. Eine ultra-kurze Silberplättchen-Hose zum schwarzen Feinripp-Tank. Eine bodenlange grau melierte Strickjacke zur passenden Short. Dazu äußerst gewöhnungs-bedürftige Römer-Glitzer-Sandalen. Asymmetrische Teilungsnähte und leichte Seidenstoffe. Streifenmuster, seitlich aufgesetzte Brusttaschen und knappe Hosen. Ein Seemann diente Kilian Kerner als Inspiration für seine Herren-Kollektion. Er steht für die Ruhelosigkeit und Rastlosigkeit des Lebens. Einflüsse im Stil von Captain Kirk sind ebenfalls unübersehbar. Passt ja, schließlich ist ein Raumschiff am Ende des Tages auch nichts anderes als ein fliegender Kutter.
Das 2004 gegründete Label Kilian Kerner ist vor allem bekannt für seine schmalen Silhouetten, Asymmetrie und einen Mix aus den verschiedensten Materialien. Bevor Kilian Kerner seine Liebe zur Mode und zum Design entdeckte, besuchte er Schauspielschulen in Köln und Berlin. 2002 beschäftige sich der Designer das erste Mal damit, “Kleidungsstücke zu bearbeiten”. Wenn man Kilian Kerner, der nie eine Modeschule besucht hat, nach seiner Ausbildung fragt, bekommt man als Antwort: “Learnig by Doing“. Scheinbar keine schlechte Strategie, denn das Label etablierte sich schon in den ersten drei Jahren auf dem internationalen Markt. Diesen Sommer zeigt er zum fünften Mal in Berlin.











