Gut gehütetes Geheimnis

Strenesse Blue F/W 2010
Freitag morgen und immer noch keine Kollektionsbeschreibung von Strenesse im Postfach. Beim Durchblättern des Fashion Week Programmheftes bestätigt sich dann der Verdacht: Strenesse Blue gibt tatsächlich keine Details über die aktuelle Kollektion vorab heraus. Versehen oder Absicht – das ist nicht bekannt. Der Vorfreude und Spannung tat die „Geheimhaltung“ auf jeden Fall keinen Abbruch. Ganz im Gegenteil.
„Shake that ass for me, shake that ass for me“ – Hip Hop bei Strenesse? Die Models waren weniger verwundert als die Zuschauer und kamen der Aufforderung gerne nach. Gekleidet in karrierte ärmellose Rüschenblusen zu grauen Marlenehosen, sollten die locker auf den Kopf gesetzten Ripp-Beaniemützen aber die einzige Referenz zum Hip Hop bleiben. Neben den Mützen bildeten cognacfarbene Taillengürtel mit unterschiedlichen Lochmustern den roten Faden der Herbst/Winter Kollektion 2010/2011. Sie
wurden über zottelige Pelzwesten, voluminöse Daunen-Kurzjacken, rostfarbene Cardigans und ärmellose Kapuzenkleider getragen. Halt, Kapuzen? Also doch noch eine weitere Referenz zum Hip Hop! In Kombination mit Lederkleidern, Pailetten Tops und goldbesetzten Kleidern wurden sie Laufsteg fein. Lammfellmäntel und Daunenjacken wärmten die Models oben herum während die Beine meist bis auf durchsichtige Kniestrümpfe nackt blieben. Hingucker der Kollektion waren ein kurzer grauer Daunenrock und ein orange-braunes Mantelkleid aus Leder.
Das junge Label des Familienunternehmens Strenesse steht seit 1993 für klare Schnitte mit verspielten Details. Verantwortlich für die lässige Linie ist Viktoria Strehle – ihrer Kreativität entspringen Blusen mit Retromuster, kurze Trenchcoats und Nieten besetzte Beutel-Taschen. Seit 2008 ist Strenesse Blue auf der Mercedes-Benz Fashion Week in Berlin zu sehen.



