Alley Cat streunt jetzt bei Burda
Auf dem Weg zum Kiosk kommen mir die ersten Bedenken: Wird Alley Cat so authentisch wie vorher sein? Werden die Themen mir genauso gefallen wie immer? Wird das gesamte Heft mit der neuen Professionalität auch an Charme verlieren? Mal sehen, ob Burda das Konzept unterstützt oder umgestürzt hat…Schon seit der ersten Ausgabe folge ich der kleinen Straßenkatze auf ihren Abenteuern in fremde Schlafzimmer, schleiche mit ihr durch luxuriöse Lingerie-Boutiquen und lache gemeinsam mit ihr über gängige Sex-Klischees… hoffentlich bleibt das auch weiterhin so!
Drei Euro auf den Kiosk-Tresen, Geld gegen (heiße) Ware und dann geht´s los: Erste Überraschung, das neue Logo. Sieht cleaner aus als vorher, weniger verspielt. So viel zur Außenansicht, jetzt mal zu den inneren Werten:
Die Themen sind gewohnt keck. Vor allem der Artikel „Ich will nicht auf sein Sofa, ich will in sein Bett“ über Partnersuche per Couchsurfing von Birgit Querengäßer hat es mir angetan! Insgesamt sind mehr Prominente im Heft vertreten als vorher. Reise-Tipps und erweiterte Produktseiten färben das Heft lifestyliger – bitte nicht mehr davon als jetzt, sonst verrutscht der Fokus! Klar „wollen Frauen mehr“, aber nicht mehr Austauschbares, sondern Einzigartiges.
Das Layout ist viel professioneller als vorher. Sehr ansprechend – vor allem die großzügige Schriftgröße und die scharfen Fotos (Doppeldeutigkeit erwünscht…) sind wohltuend für´s Auge. Die geschwungene Schrift für Headlines ist ein Relikt aus der alten „Alley Cat“ – sehr wichtig wegen dem Wiedererkennungswert für Fans der ersten Stunde.
Die Fotostrecken sind vielfältiger als vorher: Die Bild-Ideen sind ausgefallener, die Models ansprechender, die Mode exklusiver.
Alley Cat hat für mich etwas von ihrem unperfekten, handgemachten Charakter und der Abenteuerlust der Redakteurinnen verloren. Dafür hat sie an Umfang, Gehalt und Stil gewonnen. Aber halt – ist es nicht auch ein Abenteuer sein „Baby“ in die Hände eines großen Verlages zu übergeben? Neue Leser zu gewinnen und dabei die Alten nicht zu vergraulen? Sich weiterzuentwickeln ohne das ursprüngliche Konzept aus den Augen zu verlieren? Eben! Die spannende Reise ist hier also noch nicht zu Ende! Im Gegenteil, sie fängt jetzt erst richtig an. Viel Glück, kleine Mieze!



